Schlafen im Freien

Beim pädagogischen Tag im Frühjahr haben wir uns mit Angelo Hold (Elementar- und Pikler®-Pädagoge der Einrichtung „gemeinsam wachsen“ in Salzburg) mit dem Thema „Schlafen im Freien“ auseinandergesetzt.


Das Schlafen im Freien hat in vielen europäischen Krabbelstuben einen festen Platz und bietet zahlreiche Vorteile für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Kinder. Besonders in den nordischen Ländern geht der Schlaf im Freien seit vielen Jahren zur pädagogischen Praxis. Auch im Pikler-Institut wird es schon seit Beginn so praktiziert. Studien und Erfahrungen zeigen, dass Kinder, welche regelmäßig draußen schlafen, oft ausgeglichener und seltener erkältet sind. Kinder brauchen für eine gesunde Entwicklung nicht nur Bewegung und Geborgenheit, sondern auch Ruhe, frische Luft, die Möglichkeit, ihren eigenen Rhythmus zu finden und ihre eigenen Bedürfnisse kennenzulernen und zu stillen. Kinder, welche am frühen Vormittag schon müde sind, können auf der Terrasse schlafen, während die anderen Kinder im Garten spielen. Die frische Luft, das Singen der Vögel und das Rascheln der Blätter auf den Bäumen wirken beruhigend und helfen den Kindern, leichter zur Ruhe zu kommen und in den Schlaf zu finden.
Im Sinne der Pikler Pädagogik ist Schlaf nichts, was „von uns gemacht wird“ oder erzwungen werden kann. Es ist ein individuelles Bedürfnis jedes Kindes und braucht eine achtsame Begleitung und Einführung in der Krabbelstube.

Wir und auch die Eltern waren anfangs skeptisch, ob das aufgrund der Helligkeit, der neuen Geräusche und Gewohnheiten der Kinder klappen wird. Doch wir wollten uns ganz und gar darauf einlassen, so ganz nach dem Motto: „Mutig sein und Neues wagen“. Im Mai startete eine Gruppe mit einigen wenigen Gitterbetten auf der Terrasse.
Die Erfahrungen waren sehr positiv: Die Kinder haben gut in den Schlaf gefunden, gehen sehr gerne draußen schlafen, schlafen länger und wachen erholter auf.
Nach und nach stockten wir die Anzahl der Betten auf, sodass im Juli bereits alle Kinder draußen schlafen konnten.

Wenn im Herbst die Temperaturen sinken, werden die Kinder dem Wetter entsprechend gekleidet und mit warmen Decken eingepackt. Für den kommenden Winter haben wir warme Schlafsäcke angekauft.
Der Austausch im Team und mit den Eltern ist uns sehr wichtig. Ängste und Skepsis werden ernst genommen und gemeinsam beobachten und überlegen wir, wie der Mittagsschlaf, besonders auch zur kalten Jahreszeit gut und für die Kinder geschützt stattfinden kann.